Rückblick Forum Spital 2015

„Railjet statt Pendlerzug“

„Die letzten 14 Jahre wurde geschlampt, daher muss jetzt im Eilzugstempo umgesetzt werden“ umreißt Bundesminister Hundstorfer die Umsetzung des Ärztearbeitsgesetzes in seiner Keynote am Forum Spital 2015. Ein Blick in die Historie der Ärztearbeitszeitregelung macht augenscheinlich, dass jedes Bundesland sein eigenes „Packerl“ zu tragen hat. Tatsache ist: Die zahlreichen Strukturprobleme im österreichischen Gesundheitswesen können nicht mehr weiter aufgeschoben werden. Damit kommt auch die Politik unter Zugzwang unbequeme Entscheidungen zu treffen.

Das Gebot der Stunde: Jetzt ruhig durch

Die Umsetzung stellt viele Krankenhäuser mit knappen Ressourcen vor eine große Herausforderung. Daher, so Bundesminister Hundsdorfer, kann in vielen Bereichen nichts ad hoc passieren, sondern wird in Etappen bis 2021 angegangen, damit Pflege und Ärzte gemeinsam auf die neuen Strukturen vorbereitet werden. Hundstorfer appeliert an alle Beteiligten sich trotz aller Emotionalitäten gemeinsam um die praktische Umsetzung zu bemühen. Wie schwierig es jedoch ist sachliche Lösungen für dieses hoch emotionalisierte Thema zu finden, zeigte die hitzige Plenumsdiskussion mit SC Dr. Clemens Martin Auer (BMG), Dr. Ingrid Federl, MSc (gespag), Mag. Gabriele Jaksch (MTD-Austria), Dr. Harald Mayer (Österreichische Ärztekammer), Mag. Martin Schaffenrath (Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger) und dem unabhängigen Gesundheitsökonomen Dr. Ernest G. Pichlbauer.

Bundesminister Hundstorfer nimmt Stellung zur Pflege

Bundesminister Hundstorfer nimmt Stellung zur Pflege: „Pflege soll Verhandlungen führen, ist vollkommen legitim!“

SC Dr. Clemens Auer (BMG) beschreibt den derzeitigen Umbruch im österreichischen Gesundheitssystem

„Katharsis“ – SC Dr. Clemens Auer (BMG) beschreibt den derzeitigen Umbruch im österreichischen Gesundheitssystem

Dr. Ernest G. Pichlbauer, unabhängiger Gesundheitsökonom

„Können nicht an alten Strukturen festhalten – Ist die Politik bereit unbequeme Entscheidungen zu treffen?“ – Dr. Ernest G. Pichlbauer, unabhängiger Gesundheitsökonom

Dr. Ingrid Federl, MSc (gespag)

„Gehaltssituation muss sich auch im Bereich der Pflege verbessern“ – Dr. Ingrid Federl, MSc (gespag)

Dr. Harald Mayer (Österreichische Ärztekammer)

„Medizinische Arbeitswelt sicher nicht unabhängig von Politik“ – Dr. Harald Mayer (Österreichische Ärztekammer)

Mag. Gabriele Jaksch (MTD-Austria)

„Thema Primärversorgung zentral – Health Professionals leisten neben Ärzte und Pflege wesentlichen Beitrag“ – Mag. Gabriele Jaksch (MTD-Austria)

Mag. Martin Schaffenrath (Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger)

„Wie entlasten wir die Ambulanzen nachhaltig?“ – Mag. Martin Schaffenrath (Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger)

Anne Frølichs Aufforderung: „Provide integrated care!“

Anne Frølichs Aufforderung: „Provide integrated care!“

Dänemark als Role Model für Europa

Anne Frølich vom Bispebjerg Universitätsspital erklärte in ihrer Key Note was das dänische Gesundheitssystem dem Österreichischen Voraus hat: Der Fokus des integrierten Versorgungsmodells, das dort schon vor Jahren eingeführt wurde, liegt auf Disease Management und Multimorbidität. Die durchschnittliche Anzahl der Belegstage in dänischen Krankenhäusern beträgt drei bis vier Tage, bei gleichzeitiger Reduktion der Gesamtzahl der Krankenhäuser und ohne Qualitätseinbußen – ein europäisches Role Model.