Rückblick Energietage 2016

 

 

14. – 15. September 2016, Hotel Vienna South - Hilton Garden Inn, Wien

Einmal mehr trafen sich Keyplayer der österreichischen Energiewirtschaft, um gemeinsam aktuelle Themen aufzurollen. Bereits in der einleitenden Vorstellungsrunde fanden die TeilnehmerInnen viel zu diskutieren und auch in den Pausen wurde fleißig Austausch und Networking betrieben.

Neben österreichischen Vertreten konnten auch dieses Mal wieder internationale Experten für die Energietage gewonnen werden.

So startete Mark van Stiphout aus der Europäischen Kommission mit der europäischen Vision einer gemeinsamen Governance und beleuchtete die Wichtigkeit der Verbundenheit der unterschiedlichen Sektoren. Er baute seinen Vortrag dabei auf die Säulen Versorgungssicherheit, Marktregelung, Endkunden und Informations- & Kommunikationstechnologie auf.
Abschließend rückte er in den Fokus, dass nicht nur Gesetze und Richtlinien, sondern auch Investitionen unter anderem in Digitalisierung und Speichermöglichkeiten den richtigen Weg in die Zukunft markieren werden.

Mark van Stiphout reiste aus Brüssel als Vertreter der Europäischen Kommission an. „Es sollte mehr integriert diskutiert werden!“

Mark van Stiphout reist aus Brüssel als Vertreter der Europäischen Kommission an. „Es sollte mehr integriert diskutiert werden!“

Erstmals präsentierte DI Andreas Eigenbauer die neue Energie-Control Strategie der Öffentlichkeit

Erstmals präsentierte DI Andreas Eigenbauer die neue Energie-Control Strategie der Öffentlichkeit

DI Andreas Eigenbauer, als Vertreter der Energie-Control, stellte in dieser Runde erstmals die, in diesem Sommer beschlossene, Strategie öffentlich vor. Die Basis bildet hier, dass das typische Zieldreieck aus Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit durch die wesentlichen Punkte Energieeffizienz und Leistbarkeit erweitert wird.

Eine andere Sichtweise auf die österreichische Energieversorgung brachte Mag. Teresa Schinwald, Utilities Sector Analystin der Raiffeisen Centrobank AG, ein. Wobei Stromerzeuger und Netzbetreiber aus Investorensicht durchaus unterschiedlich betrachtet werden. Sie lieferte dabei einen Überblick über die letzten 15 Jahre, Änderungen der heutigen Zeit und Themen die Investoren verstärkt beschäftigen.

Mag. Teresa Schinwald von der Raiffeisen Centrobank AG über die Betrachtung der österreichischen Energieversorgung von außen

Mag. Teresa Schinwald von der Raiffeisen Centrobank AG über die Betrachtung der österreichischen Energieversorgung von außen

Mag. Christiane Brunner, Grüner Klub, Mag. Bettina Emmerling MSc., NEOS, und Mag. Josef Lettenbichler, ÖVP nahmen sich Zeit für eine angeregte Diskussion über die Lage der österreichischen Energiepolitik

Mag. Christiane Brunner, Grüner Klub, Mag. Bettina Emmerling MSc., NEOS, und Mag. Josef Lettenbichler, ÖVP nahmen sich Zeit für eine angeregte Diskussion über die Lage der österreichischen Energiepolitik

Besondere Aufmerksamkeit seitens des Publikums wurde der sehr kontroversiell geführten Plenumsdiskussion „Energiepolitik: Wo geht die Reise hin?“ geschenkt.

Frau Mag. Christiane Brunner, Energiesprecherin des Grünen Klubs im Parlament, eröffnete die Diskussion mit einem Plädoyer hinsichtlich des neuen Zeitalters der erneuerbaren Energien und begrüßte den in Paris beschlossenen Klimavertrag, der für Österreich einige positive Entwicklungen mit sich bringe. „Zielsetzung kann nur sein: 100% Erneuerbare bis 2030“.

Ihr Kollege, Herr Mag. Josef Lettenbichler, Energiesprecher des ÖVP Parlamentsklubs, kündigte an, dass in den nächsten Wochen ein Vorschlag zu einer Novelle des Ökostromgesetzes präsentiert werden soll. Eine Reduktion der Emissionen sei aus Sicht der Politik auch für die Industrie von Vorteil, da diese mit Kosteneinsparungen verbunden sei. Grundsätzlich sieht er den Anteil der erneuerbaren Energie in der österreichischen Energielandschaft als sehr gut vertreten.

Frau Mag. Bettina Emmerling, MSc., Abgeordnete zum Landtag der NEOS, plädierte an eine mutige Politik, die sich traut Fakten zu folgen und unpopuläre Maßnahmen durchzuführen, wenn diese zu langfristig sinnvoll seien und forderte dazu auf, auf die erneuerbare Energie zuzugehen. Konsens gab es darüber, dass die natürlich wichtigen Pakete nicht zu reinen Papiertigern verkommen dürften, sondern dass es starker Politiker bedarf, die das vorhandene Know-how nun auch umsetzen müssen.