Spital 2011

Die Spital 2011: Die Suche nach der besten Praxis durch Spitalsvergleiche

 

Die finanziellen Mittel im Gesundheitswesen künftig wirkungs- und qualitätsorientiert zu vergeben und die Schaffung von mehr Leistungstransparenz werden die zentralen Herausforderungen im Gesundheitswesen in den kommenden Monaten sein, betonte Gesundheitsminister Alois Stöger in seiner Eröffnungsrede auf dem IIR Jahreskongress die Spital vom 3. bis 4. Mai in Wien.


Gesundheitsminister Alois Stöger und IIR GF Manfred Hämmerle


Alfred Riedl, Österreichische Gemeindebund, Julian Hadschieff, PrimaMed, Clemens Auer, Bundesministerium für Gesundheit


Bgm. Karl Bader, Clemens Auer, Gesundheitsministerium, Alfred Riedl, Österreichische Gemeindebund

 

Verantwortung aus einer Hand
Wer die Verantwortung über Planung und Steuerung erhalten soll, wurde kontrovers zwischen dem Vizepräsidenten des österreichischen Gemeindebundes Alfred Riedl und dem Sektionsleiter des Gesundheitswesen Clemens Auer diskutiert. Auer betonte, dass der, der den größten Anteil an den Mitteln trägt auch über den Mitteleinsatz entscheiden soll. Derzeit seien das praktisch zu 100 Prozent die Gemeinden, die aber nur einen Anteil von ca. 20 Prozent an der Mittelaufbringung beisteuern. Riedl kritisierte das Fehlen von Schnittstellen zwischen Bund und Ländern, die eine gemeinsame Planung erschweren.


In Vertretung von LHSTV Wolfgang Sobotka Bgm. Karl Bader


Harald Mayer, Vizepräsident, Österreichische Ärztekammer


Thomas Czypionka, Researcher, IHS-Institut für Höhere Studien

Wettbewerb
Die Bosse der Vinzenz-Gruppe und der PremiaMed, Michael Heinisch sowie Julian Hadschieff, plädierten für mehr Wettbewerb zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen. Sie befürworteten ein einheitliches Bundesanstaltengesetz, welches gleiches Geld für gleiche Leistungen garantieren sollte.
Erich Schmatzberger vom Hauptverband hob die Umgestaltung der Spitalsstrukturen hervor. Er merkte an, dass mehr Zentren und Spezialambulanzen zur Kostensenkung beitragen können.

 

 


Julian Hadschieff, Geschäftsführung,
PremiaMed Management GmbH

 

 

Der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer Harald Mayer war sich mit anderen Diskutanten einig, dass es in Fragen Finanzausgleich 2014 keine Tabus geben darf und alles auf den Tisch muss. Dabei spielt es keine Rolle ob es um Selbstbehalte oder um die künftige Verantwortung über die finanziellen Mittel geht, da das Gesundheitssystem nicht nur aus Spitälern besteht.

Suche nach der besten Praxis
Der Experte für Spitalsbenchmarking aus Deutschland Wilfried von Eiff vom Institut für Krankenhausmanagement betonte, dass Benchmarking die Suche nach der besten Praxis ist, aber mit dem falschen Ansatz gar nichts erreicht werden kann. Wichtig ist es seiner Meinung nach, die Prozesse hinter den Zahlen zu kennen und verstehen zu lernen.

 

 


Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte
Österreichs, NÖ PatientInnen- und Pflegeanwalt

 

 


Ergebnisqualität aus Routinedaten
Die Expertin für Qualitätsentwicklung von der NÖ-Landeskliniken Holding, Fabiola Fuchs, stellte die Austria Inpatient Quality Indicators (A-IQI) vor und wie bereits erfolgreich Ergebnisqualität aus Routinedaten gemessen werden kann. Sie merkte an, dass bereits in einigen Häusern die Infektionsrate und die Liegezeiten gesenkt werden konnten. Vielen Teilnehmern war neu, dass die A-IQI ab Herbst für alle österreichischen Spitäler verbindlich sind. Zusammen mit Geschäftsführer Klaus Piwernetz von Qualitätskliniken.de GmbH und der Qualitätsbeauftragten Katharina Poslussny vom Orthopädischen Spital Speising bestand Konsens, dass mehr Qualität auch mehr Kosteneffizienz bedeutet.

 

 


Fabiola Fuchs, Abteilungsleiterin Strategische
Qualitätsentwicklung, NÖ Landeskliniken-Holding

 

 

 

Bewertung von Kosten und Nutzen
Der Boss von der NEOS Health aus der Schweiz Klaus Hieke, die Leiterin des Ludwig Boltzmann Institutes Claudia Wild, Bernhard Schwarz von der Medizinischen Universität Wien, Hans-Peter Dauben vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) und Wilhelm Frank vom Arbeitskreis für wissenschaftsbasierte Gesundheitsversorgung ARWIG widmeten sich der Frage, ob man mit Health Technology Assesment (HTA) die Kosten und Nutzen von Medizintechnologien bewerten kann. Alle waren sich einig, dass HTA als "Berater und Unterstützer" fungieren, aber keine Ja- oder Nein-Entscheidungen herbeiführen kann.

 




Hans-Peter Dauben, Leiter internationale Angelegenheiten, Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Deutschland


Klaus Hieke, Geschäftsführer, NEOS Health AG, Schweiz


Univ. Prof. Dr. Wilhelm Frank, Geschäftsführer, Arbeitskreis
für wissenschaftsbasierte Gesundheitsversorgung ARWIG

 

eMedikation in der Pilotierung

Die Geschäftsführer der ELGA GmbH, Susanne Herbek und Hubert Eisl, stellten die eMedikation vor und rechnen mit ersten Ergebnissen aus der Pilotphase Ende 2011/Anfang 2012. Diese soll zur Steigerung der Patientensicherheit beitragen und die Abwicklung von Prozessen zwischen Krankenhäusern, Apotheken und extramuralem Bereich vereinfachen.

 


Hubert A. Eisl, Technischer Geschäftsführer
ELGA GmbH, Susanne Herbek, Geschäftsführerin, ELGA GmbH

 

 

Pflegeberufen mehr Bedeutung im System einräumen
Die Präsidentin des Österreichischen Gesundheit- und Krankenpflegeverbandes Ursula Frohner betonte: "Pflegefachpersonen müssen, entsprechend ihrer Funktion im System abgebildet sein und einen entsprechenden Datenzugriff haben. Damit untrennbar verbunden ist die Nachvollziehbarkeit ihrer Rolle durch eine zentrales Erfassungssystem."
Frohner sprach sich für Leistungstransparenz aus und stellte fest, dass man in den nördlichen Ländern die vernetzende Rolle der Pflegefachkräfte besser zu nützen und einzusetzen weiß.

 


Wolfgang Hießl, MSc, e-Health-Manager, Oö. Gesundheitsfonds





Peter Danner, exthex GmbH, Wolfgang Hießl, Oö. Gesundheitsfonds, Ursula Frohner, Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband, Manfred Hämmerle, IIR Österreich

 

Unabhängig welche strukturellen Veränderungen dem Gesundheitssystem in den kommenden Monaten und Jahren bevorstehen, sollte es nach Meinung vieler anwesender Experten weiterhin solidarisch bleiben. So soll gewährleistet werden, dass nicht die schwächsten in der Bevölkerung, die Kranken und Hilfsbedürftigen, künftig das Nachsehen haben.

 

 

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